Olympia-Talk an der Macromedia – 2024 eine Olympia-Lounge für Athleten in der Hochschule?

Ganz Hamburg steht im Zeichen der Olympischen Spiele 2024. Wenige Tage vor dem Referendum lud die Hochschule Macromedia Hamburg zu einer spannenden Diskussion ein. IOC-Mitglied Claudia Bokel, Bernhard Schwank (stellvertretender Geschäftsführer der Hamburger Olympiabewerbung), Beachvolleyballerin Laura Ludwig und Parakanutin Edina Müller waren sich einig: Olympia wäre ein Gewinn für alle!

Olympia-Talk Macromedia

v.l. Prof. Dr. Thomas Horky (Macromedia), Claudia Bokel (DOSB/IOC), Bernhard Schwank (Bewerbungsgesellschaft Hamburg 2024), Laura Ludwig (Beachvolleyball), Edina Müller (Parakanu), Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger (Macromedia).

Im Mittelpunkt der kurzweiligen Runde, die von Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger und Prof. Dr. Thomas Horky moderiert wurde, standen die Olympischen Spiele aus Sicht der Athleten. Wie könnten Spiele für Sportler aussehen? Und was sind die Forderungen an Hamburg?

Laura Ludwig zählt zu den besten Beachvolleyballerinnen der Welt und verbindet mit Olympia „Gänsehaut pur!“. Die dreifache Europameisterin vom Hamburger SV war 2008 in Peking und 2012 in London dabei – und gewährte den Gästen Einblicke in das Leben eines Olympia-Teilnehmers. Peking sei „ätzend“ gewesen. „Die Spielstätten waren zu weit entfernt“, sagte Ludwig. Das müsse in Hamburg besser werden.

Für Edina Müller ist Olympia „das Größte, was ein Sportler erreichen kann.“ Die 32-Jährige holte bei den Paralympics 2008 Silber und 2012 Gold im Rollstuhlbasketball. Müller, die mittlerweile zum Parakanu gewechselt ist: „Olympia trägt vor allem eine großen Beitrag zur Inklusion von Behinderten bei.“

Im Fokus des Talks stand die „athletes experience“, das Erlebnis Olympia für Athleten ist ein Kernpunkt der Agenda 2020 des IOC. Bernhard Schwank erklärte, dass in den vergangenen Jahren die Olympioniken oft in ihrer eigenen Sportart eingekesselt gewesen seien. „Die Akkreditierungen der Sportler haben bisher nur zu ihren eigenen Wettkämpfen berechtigt. Das wollen wir ändern“, erläuterte er. „Wir wollen Sportlern das Erlebnis Olympia geben und ihnen die Möglichkeit geben, auch andere Events zu besuchen.“

Die Stadt Hamburg müsse auch für die Athleten zugänglich gemacht werden. „Nicht nur die sportliche Erfahrung ist wichtig. Die Stadt hat eine einmalige Chance, sich nach außen darzustellen“, meinte Claudia Bokel vom IOC. „Jeder Sportler soll von Anfang bis Ende bei Olympia dabei sein.“

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Claudia Bokel, IOC und DOSB.

Schwank schlug vor, dass städtische Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden müssten, in denen die Sportler entspannen können. „Universitäten und Hochschulen wie die Macromedia könnten Räume zur Verfügung stellen, die während der Zeit als Lounges dienen. Das Erlebnis Olympia muss über das Olympische Dorf hinausgehen.“

Zur Sprache kam auch, ob die Terroranschläge von Paris das Olympia-Referendum negativ beeinflusst hätten. Schwank, der sich seit Monaten mit der Bewerbung intensiv befasst, meinte: „Ich kann verstehen, dass Einige durch Paris ein ungutes Gefühl bekommen haben. Aber die Olympia-Idee steht für den Weltfrieden und die Völkerverständigung. Jetzt sollte man erst recht für Olympia wählen.“

Patrick Berger ι Sportjournalistik-Student ι Campus Hamburg

Olympia-Talk Macromedia

v.l. Claudia Bokel, Bernhard Schwank, Laura Ludwig, Edina Müller. Fotos: Witters GmbH

 

 

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