Wie Nachrichtenoffiziere und Auslandskorrespondenten den Tod ai??zverkaufenai???

Ringvorlesung Journalism Relations startet kontrovers

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HochkarAi??tige GAi??ste bei der Ringvorlesung

ai??zPropaganda als Problem: Kriegsberichterstattung, Transparenz und Informationspolitikai???, mit diesem kontroversen Thema startete am GrA?ndonnerstag die neue Ringvorlesung ai??zJournalism Relationsai??? am Campus MA?nchen der MHMK. Zu Gast waren Dr. Andrea Claudia Hoffmann, die fA?r das FOCUS Magazin aus Afghanistan und dem Irak berichtet, Michael Brauns von der MA?nchner UniversitAi??t der Bundeswehr sowie der KAi??lner Journalistikprofessor Dr. Andreas Elter, der nicht nur als bundesweiter Studiengangleiter Journalistik an der MHMK bestens bekannt ist, sondern auch als ausgewiesener Experte und Buchautor in Sachen Kriegspropaganda. Mit auf dem Podium saAYen auch die einladenden Professoren Dr. Hektor HaarkAi??tter und Dr. Lars Rademacher.

Gibt es ai??zguteai??? oder ai??zschlechteai??? PR fA?r den Krieg? Diese Frage stellten Prof. Dr. Hektor HaarkAi??tter und Prof. Dr. Lars Rademacher, Initiatoren der neuen Ringvorlesung ai??zJournalism Relationsai???, die Spannungsfelder zwischen Journalistik und PR ausloten will. Prof. Dr. Andreas Elter, extra vom KAi??lner Campus der MHMK angereist, verneinte das: ai??zGutai??? und ai??zschlechtai??? seien moralische Kategorien und eine Frage der Perspektive. Der Autor der Studie ai??zDie KriegsverkAi??ufer: Geschichte der US-Propaganda 1917ai??i??2005ai??? spricht stattdessen von drei Kategorien: weiAYer, grauer und schwarzer Kriegspropaganda. ai??zWeiAYai??? ist danach Ai??ffentlichkeitsarbeit, bei der mit offenem Visier kommunziert wird und der Adressat sich eindeutig zu erkennen gibt, zum Beispiel Werbeclips zur Rekrutierung von Soldaten oder eine offiziell in Kooperation mit der Bundeswehr produzierte TV-Serie wie ai??zDie Rettungsfliegerai??? [Link: http://www.rettungsflieger.bundeswehr.de]. ai??zGrauai??? gefAi??rbt sind scheinbar neutrale Themenberichte, beispielsweise A?ber Technologien, die auch militAi??risch genutzt werden. Und ai??zschwarzai??? sind Desinformationsstrategien von der LA?ge bis zu Verschleierung und manipulativer Beeinflussung bis zum bewusstem Tarnen und TAi??uschen als vermeintlicher Vertreter der Gegenseite. Hierzu zAi??hle auch die Beeinflussung von Journalisten durch Zugangsverweigerung, einseitige Informationspolitik gegenA?ber sogenannten ai??zembedded journalistsai??? und das Unterschieben von ai??zpre-packed informationai???.

Mitorganisator Prof. Dr. Lars Rademacher

Ob sich die Grenze zwischen neutraler Ai??ffenlichkeitsarbeit und beeinflussender Propaganda tatsAi??chlich so eindeutig ziehen lasse, das bezweifelt Michael Brauns. Der frA?here Presseoffizier der Bundeswehr unter anderem in Ex-Jugoslawien und heutige Pressesprecher der UniversitAi??t der Bundeswehr in MA?nchen, betont, ihm sei GlaubwA?rdigkeit sehr wichtig. Als Sprecher der UniversitAi??t kAi??nne er natA?rlich offener und eher aus wissenschaftlicher Sicht kommunizieren, anders als im Auslandseinsatz. Bei den Soldaten im Einsatz vom Gefreiten bis zum General bestehe neben Geheimhaltungspflichten eine gewisse Ai??ngstlichkeit, etwas Falsches zu sagen und damit dem Ruf der Bundeswehr in der deutschen BevAi??lkerung Schaden zuzufA?gen. Auch, weil schon angesichts der deutschen Geschichte, bestimmte Begriffe wie ai??zKriegai???, ai??zHeldai???, ai??zGefallenerai??? vorbelastet seien. Unter Verteidigungsminister Franz Josef Jung durfte man etwa, so Brauns, allerhAi??chstens von einem ai??zbewaffnetem Konfliktai??? am Hindukusch sprechen. Unter dem umstrittenen Karl-Theodor zu Guttenberg immerhin schon von ai??zkriegsAi??hnlichen ZustAi??ndenai???. Erst heute unter Thomas de MaiziA?re werde offen kommuniziert, dass deutsche Soldaten nicht (mehr) nur BrA?cken und Schulen bauen, sondern sich in einem ai??zKriegai??? befAi??nden.

ai??zVon wem kommt die Information? Und wem kann ich trauen?ai???, sind fA?r FOCUS-Auslandsredakteurin Dr. Andrea Claudia Hoffmann die zentralen Fragen, wenn sie in Afghanistan mit Einheimischen spricht. Oder vom ai??zDeskai??? aus A?ber den Irak oder Iran recherchiert. Mehr als die HAi??lfte der Informationen, wenn nicht mehr, sagt sie, seien gefAi??lscht oder gefAi??rbt. Ob es ein iranischer Diplomat ist, der seit Kurzem in Princeton forscht und plAi??tzlich behauptet, dass der Iran schon seit 2002 die FAi??higkeit habe, einen Nuklearsprengkopf zu bauen. Oder ein General im Feld, der nicht A?ber Suizide in seiner Truppe sprechen mag. Oder ein afghanischer Bauer, der abends mit den Taliban sympathisiert, und nicht mit ihr spricht, weil sie als ai??zeingebettete Journalistinai??? in Uniform unterwegs ist. Auch der Sender Al Dschasira bringe zwar bessere Informationen A?ber nahAi??stliche Themen als westliche Medien. In Sachen Syrien und Iran sei allerdings damit zu rechnen, dass die Position des Senders die auAYenpolitische Orientierung seines Finanziers, des Emirs von Katar, widerspiegele. Oft sei der Umgang mit Informationen auch ein Drahtseilakt. Zum Beispiel dann, wenn einem nur die ai??zembeddedai???-Perspektive bleibe, weil die Region zu gefAi??hrlich fA?r Zivilpersonen ist. Oder wenn zweifelhafte Informationen eine Ai??ffentliche Debatte auslAi??sen. In welchem Fall sich ein Nachrichtenmagazin dem Thema nicht entziehen kAi??nne, sich dann aber in der Pflicht sehe, mit einem kritischen Unterton zu berichten.

Fazit: Ob bei der Kriegspropaganda oder der Berichterstattung durch kritische Medien, es geht vor allem um GlaubwA?rdigkeit. Den unabhAi??ngigen Berichterstatter verpflichtet das zu einer systematischen und kritischen A?berprA?fung seiner Informanten, den Presseoffizier zu einer streng faktenbasierten Kommunikation, der Agitator verschleiert seine IdentitAi??t ebenso wie seine wahren Interessen. Auch insgesamt ist das Alltag in der journalistischen und Ai??ffentlichkeitsarbeit. Besonders aber im Krieg. SchlieAYlich, so Prof.Ai??Dr.Ai??Andreas Elter, biete MilitAi??r nicht einfach irgendein Produkt an, das MilitAi??r verkaufe letztlich immer auch den Tod.

Weitere Termine der Ringvorlesung ai??zJournalism Relations – Neue Spannungsfelder fA?r Journalismus und PRai??? folgen am 31. Mai, 12. Juni, 20. Juni und 2. Juli 2012 und beschAi??ftigen sich mit den Themen ai??zMedienkooperationenai???, ai??zCrosspromotionai???, ai??zPR fA?r einen guten Zweckai??? und ai??zProminent berichtetai???. Mehr A?ber die Veranstaltungen unter www.mhmk.de/programm-muenchen

(Sarah Ines Struck)

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